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Diese Ortschaft bildet die nordöstliche Grenze von Piešťany. Ihr Gebiet ist vom Westen durch den Fluss Waag und vom Osten durch das Gebirge Považský Inovec abgegrenzt. Es wird angenommen,dass sie im 12. Jh. zum Herrengut der Burg Bana und nach deren Untergang zum Herrengut der Burg Tematín gehörte. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1348. Falls die Archivquellen in Ungarn zugänglich sein werden, wird man möglicherweise eine ältere Datierung der Ortschaft belegen können. Im Laufe des 16. - 18. Jahrhunderts wurde Moravany mehrmals verkauft oder verschenkt. Die Ortschaft gehörte dem Geschlecht Csáky, um das Jahr 1770 war sie im Besitz des Geschlechtes Motešický und um das Jahr 1870 besaß sie das Geschlecht Zedwitz.
Ein Teil des Bades Piešťany befindet sich auf dem Gebiet von Moravany und ein Großteil E des Gebietes von Moravany befindet sich in der Schutzzone des Bades. Deshalb wird dem Naturschutz erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Es befinden sich hier auch mehrere Naturdenkmäler sowie geologische, mineralogische paläontolo-gische, sakrale, kulturelle und andere Denkmäler. Eines davon ist das Renaissance-kastell aus dem 16. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurde es barockisiert und an Stelle der Ostbastei entstand eine Kapelle. Im Kastell wurden in der Vergangenheit und werden auch heutzutage internationale malerische, graphische, bildhauerische, musikalische und andere Symposien sowie Kolloquien veranstaltet. Der vom Staat unter den Schutz gestellte nahe gelegene Park zeichnet sich durch einzigartige Flora aus. Aus dem Kastell von Moravany führte einst eine 12 km lange Schmalspurbahn in die Berge. Damit wurde mit Freifall auf den Waggons Holz befördert. Über dieses einzigartige technische Denkmal können wir mehr auf dem Lehrpfad, der oberhalb des Stausees Striebornica beginnt, erfahren. Auf dem Bach Striebornica waren in der Vergangenheit mehrere Wassermühlen. In deren Nähe entstand eine Garten- und Hüttenkolonie. Eine kleine Höhle verbirgt sich im Walde auf dem Weg zum Erholungsgebiet Výtoky.
Auf den archäologischen Karten von Europa befindet sich Moravany nad Váhom wegen den bemerkenswerten Lokalitäten aus der älteren Steinzeit (Paläolithikum).
Diese sind vor allem wegen der 7,6 cm großen, Venus von Moravany genannten, Frauenstatue aus der älteren Steinzeit berühmt. Es ist die erste künstlerische Darstellung in der Slowakei. Sie wurde vor 22 800 Jahren aus einem Mammutstoßzahn geschnitzt. Laut Fachleute fand man in Moravany drei solche Frauenstatuen. Eine ackerte ein Bauer aus und gab sie dem deutschen Fabrikanten German. Zwei weitere (7,6 und 40 cm) nahm der deutsche Archäologe L. Zotz mit. Später gelang es, die kleinere aus dem Museum des Menschen in Paris zurück zu bekommen. Man kann sie auf der Burg in Bratislava bewundern. Aus dem Paläolithikum stammen außer der Steinindustrie und der Mammutstoßzähne auch aus tertiären Muscheln gefertigte Halsbände, eine walzenförmige beinerne Perle, eine Werkstatt für Jagdgegenstände mit etwa 200 Blattspitzen. Mehrere Gegenstände sind aus einer besonderen Feuersteinart gefertigt, die es nirgendwo in der Slowakei gibt. Dies beweist, dass es schon damals einen weitläufigen Austauschhandel gab. Im Kataster der Gemeinde befinden sich außer der Gruppen jungpaläolithischer Gemeinden auch neolithische und eneolithische Stätten sowie auch Siedlungen aus der Eisenzeit. Zu den bedeutendsten slawischen Funden gehört „Stilus", ein Schreibgerät, das die schriftliche Bildung belegt. Sicherlich hängt es mit Kostolec, dem nahe liegenden großmährischen Magnatenhof mit einer Rotunde, zusammen.
Das älteste Denkmal der Ortschaft ist die Kirche des hl. Martin aus Tours. Samt einer Kapelle befindet sie sich auf dem Friedhof oberhalb der Ortschaft. Erbaut wurde sie im 15. Jh. auf den Fundamenten einer romanischen Kirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das hölzerne Dach ist mit Schindeln bedeckt und der Fußboden ist aus Backsteinen. Im 16. Jahrhundert wurde an die Westseite der Kirche ein sechsseitiger Turm angebaut. Im folgenden Jahrhundert fanden mehrere barockiesierende Umbauten statt. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. baute man an die Südseite eine Barockkapelle an. Während der türkischen Einfälle sollte die Kirche laut einer Legende als Moschee dienen. Als Kind besuchte sie wahrscheinlich auch der Bischof von Ostrihom und der ungarische Primarius Kardinal Alexander Rudnay (1760 – 1831), der in Moravany die Grundschule besuchte. Unweit der „oberen" Kirche können wir auf dem Friedhof das Grab von Jozef Motešický mit dem Familienwappen finden. Im Jahre 1873 wurde eine neue Kirche mit dem Patrozinium von Jungfrau Maria erbaut.
Am westlichen Fußedes Gebirges Považský Inovec erstreckt sich auf einer Fläche von 0,85 ha ein mehrere hundert Meter langer und 20 Meter tiefer Wasserriss- Veľký Jarok. Dieser entstand in knapp hundert Jahren aus einem Feldweg durch natürliche Erosion. Weil es ein besonders wertvolles Vorbild des Prozesses der Hangmodellierung sowie eine bedeutende paläoontologische und archäologische Fundstätte ist, steht der Wasserriss unter dem Naturschutz. Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist das Gebiet sehr bedeutend, da es ein Beispiel von grandioser Wasserrisserosion ist und das Profil der Gesteinsschichten der trnavaer Platte bis zur Unterbettung zeigt. Das ganze Gesteinsprofil ist schön, wollentwickelt und paläontologisch viel reicher alle bis jetzt bekannte Profile aus der fünften Eiszeit (Würm) in der Slowakei. Es ist sehr wichtig für die Erforschung dieser Ära und deren Verlaufes auf den südlichen Ausläufern der Karpaten. In der Umgebung befinden sich auch andere Erdbodenprofile, aber keines ist so vollständig, wie das von Moravany. Außer wichtigen stratigraphischen Fakten bieten die Wände des Wasserrisses auch reiche paläoontologische Funde (fossile Weichtiere) und Reste von paläolithischer Besiedlung in Form von Feuersteinindustrie (Klingen, Speere, Stichel).
Dank der reichen Waldfauna (Hirsche, Rehe, Wildschweine u. a.) sind in Moravany gute Bedingungen für das Jagdwesen. Der Musik widmen sich: der Sängerbund Marwan, der Kinderchor sowie mehrere Amateurmusikgruppen und Formationen. Die Gemeindefeuerwehr bewahrt als ein Unikat eine vierrädrige Feuerwehrspritze für ein Pferdegespann aus dem Jahre 1928.
Außer dem Einkaufszentrum, wo sich die wichtigsten Dienstleistungen befinden, sind in der Ortschaft mehrere Pensionen, Restaurants, Gasthäuser und Konditoreien. Für die Erholung bietet Moravany nad Váhom nicht nur eine angenehme Umgebung und kulturgesellschaftliche Events, sondern auch ein Fitnessstudio, Massagen, Tennisplätze, Fußballfeld, Pferdereiten und Radtouristik an. Mehr Informationen über diese interessante Ortschaft finden Sie auf der Webseite – www.moravany.sk.







